Blähungen beim Baby verhindern oder minimieren
1. Juni 2008 von Marko
Allen Empfehlungen sei etwas Wichtiges vorangestellt. Mutter und Kind leben auch nach der Geburt noch in Symbiose. Oft kommt es zu Wechselspielen der Gefühle zwischen den Beiden. Kurzum, geht es der Mutter schlecht, schlägt dies auch schnell auf den Säugling über. Wenn ein Kind mit Verdauungsproblemen zu kämpfen hat, geraten Mütter in Sorge. Leider geraten Sie aber auch oft in Panik. Für das Baby ist das eine schlimme Situation, denn es spürt die Angst der Mutter. Versuchen Sie Ruhe zu bewahren. Diese vermitteln sie auch ihrem Baby und es kann spüren, dass die jetzige Situation nicht schön ist, aber vorbei geht. Der emphatische Weg ist im Umgang mit ihrem Baby sicher empfehlenswert. Was würden Sie sich in der Situation ihres Kindes wünschen? Bevor Sie also nervös die folgenden Empfehlungen im Akkord durcharbeiten wollen, atmen Sie einmal tief durch. Ihr Baby wird allein dadurch schon ein großes Stück entspannter.
Wenn ein Kind geboren wird, ist sein Verdauungssystem noch etwas unreif. Es muss sich erst an die Muttermilch als Kost gewöhnen. Häufig treten als Folge Blähungen und Koliken auf. Nach einem Vierteljahr geht das bei den meisten Kindern vorbei.
Allerdings scheinen Blähungen bei uns besonders häufig der Fall zu sein, immerhin haben für Flaschenkinder sogar schon die Säuglingsnahrungshersteller mit einer „Antiblähmilch“ reagiert. Flaschenkinder reagieren besonders häufig mit Verdauungsproblemen, was der Vermarktung einer riesigen Palette von Milchsorten den Weg frei gemacht hat. Nachgewiesen ist die Wirksamkeit dieser Milch allerdings selten. Mütter von gestillten Kindern stellen bei Verdauungsproblemen ihrer Kinder oftmals die Kost um. Das ist natürlich eine Möglichkeit, allerdings nicht der richtige Weg, wenn die Kleinen auf fast alles mit Blähungen zu reagieren scheinen. Auch in der Stillzeit ist eine ausgewogene Ernährung sehr wichtig. Eigentlich muss, außer bei nachgewiesener Unverträglichkeit, auf nichts verzichtet werden.
Denken wir an die Kinder in Ländern, in denen Blähendes fast täglich auf dem Speiseplan steht. Wie geht es den Kindern dort? Warum treten Blähungen dort nicht so häufig und so stark auf? Es gibt eine Auffälligkeit. Die Kinder werden viel am Körper der Eltern getragen. In direktem Körperkontakt treten Blähungen sehr viel seltener auf. Wie kommt das? Was wird denn uns Erwachsenen bei Blähungen empfohlen? Bewegung ist hier ein häufig gegebener Rat. Ziel ist die Anregung der Darmperistaltik. Diese wird bei einem Kind, das am Körper eines Erwachsenen am Alltag teilnimmt angeregt und gefördert. Besonders wirksam ist das Tragen, wenn es täglich mehrere Stunden durchgeführt wird. Um aber auch für das Alltagsgeschehen die Hände frei zu haben, helfen Tragetücher und ergonomische Tragehilfen. Lassen Sie sich hier durch ihre Trageberaterin beraten.
Eine weitere Empfehlung den Blähungen entgegen zu wirken sind Massagen. Auch diese regen die Peristaltik nachhaltig an. Während Tragen zu den Präventivmaßnahmen gehört, verschafft eine Bauchmassage bei bereits eingetretenen Verdauungsproblemen Erleichterung.
Massieren Sie hierfür im Uhrzeigersinn kreisförmig um den Bauchnabel Ihres Kindes herum. Haben Sie ein Baby das schnell zu Blähungen neigt, können Sie dies auch immer zwischendurch machen, wenn Sie zum Beispiel mit ihm sitzen und reden, oder beim Wickeln. Diese Massage ist auch über der Kleidung wirksam und kann so immer zwischendurch gemacht werden. Beim Wickeln dürfen Sie natürlich auch Öle verwenden. Es gibt in Apotheken auch Baby-Bäuchlein-Öle. Sie enthalten oft Kümmel und haben sich bei vielen Babys bewährt. Fragen Sie hierfür Ihre Hebamme oder den/die Kinderarzt/Kinderärztin.
Treten Blähungen auf, ist es für Mutter und Kind sehr hilfreich in direkten Körperkontakt zu treten. Direkt bedeutet in diesem Fall Haut auf Haut. Ziehen Sie ihr Baby bis auf die Windel aus. Sie selbst tragen am Oberkörper auch keine Kleidung. Ziehen Sie sich mit Ihrem Baby zurück. Direkter Körperkontakt hat oft sehr positive Auswirkungen auf die Verdauung unserer Kinder. Sie beruhigen sich häufig sehr schnell. Wir kennen mittlerweile alle das Kängurun auf den Frühchenstationen der Kliniken. Noch vor 20 Jahren hätte dies kaum jemand für möglich gehalten. Jetzt beweisen viele zu früh geborene Kleinkinder und Jugendliche, wie elementar der direkte Körperkontakt für ihre Entwicklung war. Auch wir Erwachsene fühlen uns in direktem Körperkontakt mit uns liebenden Menschen wohl. Wenn Sie ihr Baby Haut an Haut nehmen, sorgen Sie durch eine warme Decke, dass sie nicht frieren. Sie werden schnell bemerken, wie sich ihr Baby entspannt.
Ein Hinweis noch am Schluss. Sollten Sie den Verdacht haben, es könnte etwas mehr dahinter stecken, setzen Sie sich bitte mit Ihrem behandelnden Arzt in Verbindung. Dieser wird Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Wir wünschen Ihnen und Ihrem Baby viel Entspannung, Kraft und innere Ausgeglichenheit.
Monique Reiter. Stillberaterin und Trageberaterin bei der Firma TRAGZEIT
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